Nukleartherapie für die Gelenke

Die Angebote der Nukleartherapie setzen sich zusammen aus:

    * Radiojodtherapie (zur Behandlung der Schilddrüse)
    * Radiosynoviorthese, kurz RSO (zur Behandlung der Gelenke)
    * Nuklearmedizinischen Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen


Nuklearmedizinische Behandlung der Gelenke (Radiosynoviorthese)

Seit vielen Jahren ist die Radio-Jod-Therapie der Schilddrüse eine sehr erfolgreiche Behandlungsmethode der Nuklearmedizin. Mit der nuklearmedizinischen Gelenktherapie (Radiosynoviorthese) steht ein weiteres Behandlungsverfahren in unserer Klinik zur Verfügung.
Unter der Radiosynoviorthese versteht man die Wiederherstellung (Orthese) der Gelenkschleimhaut (Synovia) durch Injektion von radioaktiven Stoffen in das Gelenk. Die Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovialitis) als Ursache vieler schmerzhafter Gelenkbeschwerden kann hiermit meist erfolgreich bekämpft und das Fortschreiten der Gelenkerkrankung wirksam aufgehalten werden. Alle Gelenke des Extremitätenskeletts (Schulter-, Ellenbogen-, Hand- und Fußgelenke, Hüft-, Knie-, oberes und unteres Sprunggelenk, Fußgelenke) können so behandelt werden.
Das nur in wenigen Zentren angebotene und Erfolg versprechende Verfahren kann unter anderem ambulant und bei inoperablen Patienten durchgeführt werden.
Diese Information soll Ihnen einen Überblick über die notwendigen Voruntersuchungen (Diagnostik) und die Behandlung (Therapie) geben.

Voruntersuchung
Nuklearmedizinische Voruntersuchung

Zur Überprüfung der Indikation und zur Planung und Dosisabschätzung ist in der Regel eine Gelenkszintigrafie erforderlich, die in der Form der so genannten Weichteilszintigrafie der Gelenke durchgeführt wird. Für die Planung der Radiosynoviorthese ist diese Diagnostik meist unverzichtbar, da, damit Gelenkentzündungen (Arthritis) hochempfindlich nachgewiesen werden können, oft sogar schon Monate vor Beginn spürbarer Beschwerden und röntgenologisch sichtbarer Veränderungen.

Diese Weichteilszintigrafie der Gelenke (auch ”Entzündungsszintigrafie” genannt) muss meist durch zusätzliche spätere Aufnahmen (Skelettszintigrafie) ergänzt werden. Diese so genannte Zweiphasen-Szintigrafie kann vor allem bei Gelenkverschleiß (Arthrose) wichtig sein. Damit kann am besten zwischen entzündlicher (Arthritis) und knöchern-degenerativer (Arthrose) Komponente unterschieden werden, abgesehen von oft wertvollen zusätzlichen Informationen.

Vorgehen: Sie bekommen eine intravenöse Injektion einer radioaktiv markierten Substanz, die eine nur minimale Strahlenbelastung bedeutet.

Nach einigen Minuten werden dann mit einer Gamma-Kamera Aufnahmen (Szintigramme) von den erkrankten Gelenken angefertigt (Dauer ca. 15-30 Minuten). Bisweilen ist der szintigrafische Untersuchungsteil damit beendet. Wird noch die Skelettszintigrafie angeschlossen, haben Sie eine Pause von ca. zwei bis drei Stunden, nach der Aufnahmen (Spätszintigramme) meist vom gesamten Skelett- beziehungsweise Gelenksystem angefertigt werden (Dauer ca. 30-45 Minuten).

Da kaum ein Patient mit dem anderen vergleichbar ist, wird das Untersuchungsprogramm jeweils den individuellen Bedürfnissen angepasst.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie)
Häufig wird eine Ultraschalluntersuchung der/des betroffenen Gelenke(s) durchgeführt, immer jedoch bei Kniegelenkserkrankungen. Damit lassen sich zum Beispiel Gelenkergüsse und krankhafte Anschwellungen der Schleimhaut feststellen.

Ausführliche Besprechung
Nachdem Sie Ihre Angaben zum Krankheitsverlauf und Ihre Beschwerden vorgetragen haben und möglichst auch - soweit Sie darüber verfügen - Röntgenaufnahmen und frühere Krankenberichte zur Einsicht vorlegen, werden wir in einem Gespräch mit Ihnen die nuklearmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten besprechen.


Gelenktherapie mit radioaktiven Stoffen (Radiosynoviorthese)

Sie ist eine sehr wirksame Methode, die bei schmerzhaften Gelenkserkrankungen schon seit über zwei Jahrzehnten eingesetzt wird.
Schwerpunkt der behandelten Krankheiten ist die chronische Polyarthritis (entzündlicher Gelenkrheumatismus). Rheuma ist eine systemische, also den ganzen Körper betreffende Erkrankung, deren Ursache weitgehend unbekannt ist. Man nimmt heute an, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, also ein Geschehen, bei dem der Körper gegen eigene Körperbestandteile aggressiv mit einer Entzündung reagiert, weil er sie fälschlich als Fremdsubstanzen erkennt. Dieser innere Kampf führt zu Schädigungen im ganzen Körper, insbesondere aber in den Gelenken, hier wiederum an der Gelenkschleimhaut.

Synovialitis ist die Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovialis). Die Gelenkschleimhaut wuchert oft grotesk korallenartig, zerstört dabei den Knorpel, dringt in den Knochen ein, zerreißt die Bänder und Sehnen und kann in unterschiedlich raschem Fortschreiten zu schweren Gelenkzerstörungen führen.

Zur medikamentösen Behandlung werden mehr oder weniger toxische (giftige) Substanzen eingesetzt, die sämtlich Nebenwirkung haben können. Meist bleibt jedoch nichts anderes übrig, als so dem zerstörerischen Prozess etwas Einhalt zu gebieten. Oft sind auch operative Eingriffe erforderlich. Sind ein oder wenige Gelenke besonders intensiv betroffen, empfiehlt es sich, die Radiosynoviorthese frühzeitig einzusetzen, möglichst, bevor schon Gelenkzerstörungen eingetreten sind. In ein erkranktes Gelenk wird durch eine einfache Punktion ein radioaktiver Stoff injiziert: große Gelenke (Kniegelenk) Yttrium-90

Untraschalluntersuchung des Kniegelenkes. Dargestellt ist das eigentliche Kniegelenk (dunkel). Innerhalb der Markierungen ist eine zottenförmige Ausstülpung der Gelenkinnenhaut (Synovia) zu erkennen.

Kontakt

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Dr. med. Eberhard Bell

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Medizinisches Versorgungszentrum Westerwald

Facharzt für Radiologie und Nuklearmedizin

Südring 8
56428 Dernbach
Tel.: +49 2602 684-610
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Dr. med. Hans Prechtel

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